Urlaubstrends 2020: Sportreisen werden immer ausgefallener

St. Gallen (ots) – „Warum ist das neue Wohin“ lautete das Motto beim
Sport.Tourismus.Forum in St. Gallen. Das Sporterlebnis ist ausschlaggebend für
den Urlaubsort.

Golfen auf der Klippe, der Laufurlaub mit Marathonlegende Viktor Röthlin oder
die „Tour de Suisse“ für alle – Sporturlaub liegt im Trend. Für welche Trends
sich Touristiker fit machen sollten, das wurde vergangenen Freitag beim
„Sport.Tourismus.Forum“ in St. Gallen diskutiert. Fakt ist: Noch bleiben viele
Potentiale ungenützt.

Sport als strategischer Türöffner für Tourismus

45 Prozent der Bevölkerung in Deutschland, Österreich und der Schweiz betreiben
intensiv eine oder mehrere Sportarten. Studien belegen, dass die Sportausübung
zunehmend zum zentralen Kriterium für die Wahl der Urlaubsdestination wird. Und
auch die Jugend ist in Bewegung. „66 Prozent der Generation Z treibt ein Mal pro
Woche bis täglich Sport“, sagt Andreas Knupfer von Nielsen Sports. Als
Destination müsse man die Zielgruppe und ihre Sportart genau verstehen, um sie
als Gäste nachhaltig zu gewinnen. Sport als nettes Nebengeräusch im Urlaub
funktioniert auf Dauer nicht. Die Angebote müssen ausdifferenziert und in die
Tiefe gedacht werden.

Sport real und virtuell

„Heute stellt sich nicht mehr die Frage, wo man seinen Sport ausüben kann,
sondern wie man ihn ausübt“, verdeutlicht Marketingexperte Stefan Schiel von
Marketmind. Warum ist das neue Wohin. Sport ist ein Teil des Lifestyles, der in
der Community geteilt wird. Gäste wollen individualisierbare Angebote. „Was
Snapchat für Jugendliche ist, ist Strava für Radsportler.“ Laut Schiel fangen
Tourismusregionen erst langsam an zu verstehen, wie sie solche Kooperationen und
Spezialisierungen für sich nutzen können. Ein positives Beispiel dafür ist die
Neuausrichtung der „Tour des Suisse“. Künftig werden Touristen real und virtuell
auf die Originalstrecke der Tour geschickt.

Radsport neu gedacht – auf den Spuren der Profis

Neuerdings erleben Gäste die „Tour de Suisse“ auf dem eigenen Radsattel. „Wir
schicken Hobbysportler mit Begleitfahrzeugen und Guides auf die Originalstrecke.
Man darf sich wie ein Profi fühlen – nur ohne Rennen“, erklärt Joko Vogel, Co
Geschäftsleitender der Tour de Suisse, das Konzept. Anders als bei vielen
Radklassikern, wird hier die gesamte Strecke der Tour abgefahren. Das macht das
Angebot bisher weltweit einzigartig. Das Profirennen wird so zum Erlebnis für
jedermann. „Und wir sind schon fast ausverkauft“, sagt Vogel. Aber auch virtuell
soll das Radrennen Touristen in die Schweiz locken. Zusammen mit dem
Software-Anbieter Rouby wurden die Stecken der Rundfahrt digitalisiert. „Während
man auf dem Rollentrainer sitzt, zieht das Schweizer Panorama an einem vorbei.“
Gäste können die Highlights der Strecken trainieren, sich direkt mit den Profis
vergleichen und auf ihren Radurlaub in der Schweiz virtuell vorbereiten.

Kooperationen mit Bundesligisten bringen Touristen

Wie man mit den richtigen Partnern im Boot Gäste lockt, davon sprachen Vertreter
der Fussballclubs Borussia Mönchengladbach und Schalke 04. Die Bundesligisten
haben bereits erfolgreiche Kooperationen im Tourismus initiiert. Mit der Fohlen
Fussballschule setzt der Bundesligist auf Imagebildung und Nachwuchsförderung in
der Schweiz. „Primär geht es uns um Marken und Imagebildung, wir verdienen nicht
viel damit“, so Wolfgang Heilmann, Bereichsleiter int. Projekte von Borussia
Mönchengladbach. Die grosse Resonanz der FohlenCamps auf Sozialen Medien spricht
für sich. Der Ball rollt auch in Osttirol. Dort haben die Ferienregion
Nationalpark Hohe Tauern und der FC Schlke 04 auf fünf Jahre einen
Tourismuspartnervertrag abgeschlossen. Die Destination profitiert von den
Sponsoren- und Partnernetzwerken des Clubs. Die Bandenwerbung öffnet der
Ferienregion die Türen für Gäste aus Deutschland. „Schalke ist der Multiplikator
für die Fans, um bei uns Urlaub zu machen“, sagt Roland Rauch, Geschäftsführer
der Ferienregion Nationalpark Hohe Tauern. Schalke 04 hat als fünft grösster
Fussballverein der Welt knapp 150.000 Fans. Das Potential für die Region ist
enorm. „Unsere Fans sind von der Region begeistert“, meinte auch Peter Schwabe,
Director Sales von FC Schalke 04.

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