Ein umfassender Leitfaden zur Kalkulation des Architektenhonorars. Welche Grundlagen sind wichtig, um überraschende Kosten zu vermeiden?- Was kostet ein Architekt beim Hausbau? Eine pauschale Antwort gibt es nicht, denn das Architektenhonorar hängt unter anderem vom vereinbarten Leistungsumfang, den anrechenbaren Kosten und der Komplexität des Bauvorhabens ab. Die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) liefert dafür Orientierungswerte, ist seit 2021 jedoch kein verbindliches Preisrecht mehr. Wer Angebote und Leistungsumfang vor Vertragsabschluss genau prüft, kann die Planungskosten besser einschätzen und finanzielle Überraschungen vermeiden.
Was kostet ein Architekt?
Der Grundriss liegt auf dem Tisch. Küche, Wohnzimmer und Terrasse sind bereits gedanklich eingerichtet. Doch zwischen der ersten Skizze und dem fertigen Eigenheim liegt eine Frage, die viele Bauherren früh beschäftigt: Was kostet ein Architekt?
Die Antwort steckt nicht in einer einfachen Prozentzahl. Denn ein Architekt kann lediglich einzelne Planungsaufgaben übernehmen oder ein Bauprojekt von den ersten Überlegungen bis zur Objektbetreuung begleiten.
Genau dieser Unterschied wirkt sich erheblich auf das Honorar aus.
Architektenhonorar: Die HOAI bleibt eine wichtige Orientierung
Eine wesentliche Grundlage für die Einordnung von Architektenleistungen ist die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure, kurz HOAI. Sie beschreibt Leistungsbilder und enthält Honorartafeln mit Orientierungswerten. Seit Januar 2021 handelt es sich dabei allerdings nicht mehr um verbindliches Preisrecht; Honorare können grundsätzlich vereinbart werden. (BMWi)
Für Bauherren bedeutet das: Nicht allein die Frage „Wie viel Prozent verlangt der Architekt?“ sollte über ein Angebot entscheiden. Wichtiger ist, welche Leistungen für das vereinbarte Honorar tatsächlich erbracht werden.
Welche Faktoren bestimmen die Kosten eines Architekten?
Bei der HOAI-Systematik spielen insbesondere die anrechenbaren Kosten, das Leistungsbild, die Honorarzone und die jeweiligen Orientierungswerte der Honorartafel eine Rolle. Die Honorarzone berücksichtigt dabei den planerischen Schwierigkeitsgrad eines Projekts. (Gesetze im Internet)
Ein individuell geplantes Gebäude mit anspruchsvollen Anforderungen kann daher anders einzuordnen sein als ein vergleichsweise einfaches Bauvorhaben.
Hinzu kommt der Leistungsumfang.
Für Gebäude unterteilt die HOAI die Grundleistungen in verschiedene Leistungsphasen. Sie reichen von der Grundlagenermittlung und Vorplanung über Entwurfs-, Genehmigungs- und Ausführungsplanung bis zur Vergabe, Objektüberwachung und späteren Objektbetreuung.
Wer nur einen Teil dieser Leistungen beauftragt, vereinbart folglich einen anderen Leistungsumfang als ein Bauherr, der eine umfassende Begleitung wünscht.
Die Geschichte hinter der vermeintlich teuren Planung
Ein typischer Konflikt beginnt häufig lange vor dem ersten Spatenstich.
Eine Familie plant ihr Eigenheim und vergleicht zwei Angebote. Das erste Architektenangebot erscheint auf den ersten Blick teuer. Das zweite wirkt deutlich günstiger.
Doch erst beim Vergleich der enthaltenen Leistungen zeigt sich: Im günstigeren Angebot fehlen Aufgaben, die später separat vergeben oder zusätzlich vereinbart werden müssten.
Aus der Frage „Welcher Architekt ist günstiger?“ wird damit eine wesentlich sinnvollere Frage:
Welche Leistungen bekomme ich für mein Geld?
Gerade beim Hausbau sollte deshalb nicht nur die Endsumme verglichen werden. Leistungsumfang, zusätzliche Leistungen, Nebenkosten und Vergütungsvereinbarungen gehören ebenfalls auf den Prüfstand.
Architekt kann mehr als Grundrisse zeichnen
Die Bedeutung eines Architekten endet nicht mit dem Entwurf. Je nach Auftrag können auch Ausschreibung, Koordination und Überwachung der Ausführung dazugehören.
Beim Architektenhaus sind beispielsweise Modelle möglich, bei denen der Architekt nur plant und ein Generalunternehmen anschließend baut. Alternativ können Architekten Planung, Ausschreibung einzelner Gewerke, Koordination und Überwachung bis zur Abnahme begleiten. (KfW)
Damit wird deutlich: Zwei Architektenhonorare lassen sich nur sinnvoll vergleichen, wenn auch die dahinterstehenden Leistungen vergleichbar sind.
Kosten frühzeitig zum Bestandteil der Planung machen
Eine sorgfältige Budgetplanung sollte deshalb beginnen, bevor umfangreiche Planungsleistungen beauftragt werden.
Bauherren sollten schriftlich festhalten, welche Leistungen vereinbart sind, wie das Honorar berechnet wird und welche zusätzlichen Leistungen weitere Kosten verursachen können. Ebenso wichtig ist ein realistischer finanzieller Rahmen für das gesamte Bauvorhaben.
Denn Planungskosten sind nur ein Bestandteil der Gesamtinvestition. Grundstück, Bauleistungen, technische Ausstattung, Finanzierung und weitere Baunebenkosten müssen gemeinsam betrachtet werden.
Fazit: Was kostet ein Architekt beim Hausbau?
Die Frage „Was kostet ein Architekt?“ lässt sich seriös nicht mit einer einzigen Pauschale beantworten. Entscheidend sind Projekt, Leistungsumfang, Komplexität, anrechenbare Kosten und die konkrete Honorarvereinbarung.
Die HOAI bietet weiterhin eine wichtige Orientierung, ersetzt jedoch nicht den individuellen Vertrag. Bauherren sollten deshalb mehrere Angebote nicht ausschließlich nach dem Preis vergleichen, sondern genau prüfen, welche Leistungen enthalten sind.
Am Ende kann gerade diese Transparenz entscheidend sein: Nicht das niedrigste Architektenhonorar ist automatisch das wirtschaftlichste – sondern eine Planung, bei der Aufgaben, Kosten und Verantwortlichkeiten von Beginn an nachvollziehbar geregelt sind.
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Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt keine Rechts-, Steuer- oder individuelle Bauberatung dar.
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