„NACHTCAFÉ“ zur Corona-Krise

Baden-Baden (ots) – Michael Steinbrecher spricht u. a. mit Kabarettist Tobias Mann, der vor den finanziellen Folgen der Corona-Krise Angst hat / Freitag, 20. März 2020, 22 Uhr, SWR Fernsehen

Derzeit beherrscht die Corona-Pandemie den Alltag und stellt die Menschen auf eine harte Probe. Auswirkungen sind in allen Lebensbereichen spürbar. Kitas und Schulen wurden geschlossen, Gottesdienste finden nicht mehr statt und Kulturveranstaltungen wurden abgesagt. Für viele Menschen wird die Situation dadurch existentiell: Kleinunternehmer, die ihren Laden schließen mussten und nicht wissen, wie es weitergehen soll – aber auch Künstler, die sonst vor vollen Rängen im Theater spielen, sitzen zu Hause. In Supermärkten und Drogerien gibt es hingegen Hamsterkäufe – teilweise sind ganze Regalreihen leergefegt und Einkaufswägen gefüllt mit Nudelpackungen, Konserven und Toilettenpapier. Doch in dieser Krise und der kollektiv verordneten Besinnungspause spürt man auch die Kraft der Gesellschaft – denn auch Solidarität ist ansteckend. Darüber spricht Michael Steinbrecher mit seinen Gästen im „NACHTCAFÉ: Ausnahmezustand – wie Corona unser Leben verändert“ am Freitag, 20. März, 22 Uhr, im SWR Fernsehen.

„NACHTCAFÉ“ ohne Studiopublikum

Die Aufzeichnungen des „NACHTCAFÉS“ finden vorerst ohne Studiopublikum und externe Pressevertreter*innen statt. Der SWR hat sich dafür entschieden, bis Ende April aufgrund der Corona-Krise und der Vorgaben der Gesundheitsbehörden sowie der Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts sämtliche Studioproduktionen ohne Publikum durchzuführen.

Die Gäste im „NACHTCAFÉ:

Marjoke Breuning leitet ein Traditionsgeschäft und ist IHK-Präsidentin der Region Stuttgart Marjoke Breuning leitet ein traditionelles Wäschefachgeschäft, das seit 175 Jahren in Familienhand ist. Doch nun sieht sie – wie auch viele andere Einzelhändler – sehr schwierige Zeiten auf sich zukommen. Ihr Laden in der Stuttgarter Innenstadt wurde geschlossen: „Seit dem Zweiten Weltkrieg hatten wir keine vergleichbare Krise. Es ist eine furchtbare und noch nie dagewesene Situation für unsere Mitarbeiter und unser Unternehmen“, so die IHK-Präsidentin der Region Stuttgart.

Tobias Mann hat als Kabarettist Angst vor den finanziellen Folgen der Corona-Krise Es ist die große Angst vor einer Insolvenz, die unter allen Selbständigen umgeht. Nicht nur Unternehmen, auch Handwerkern oder Kulturschaffenden wie Tobias Mann brechen die Aufträge weg: „Allen, die ihr Geld dabei verdienen, wenn Menschen zusammenkommen, wurde innerhalb kürzester Zeit die gesamte Existenzgrundlage unter den Füßen weggezogen“, so der Kabarettist. Den Ausnahmezustand will der Satiriker mit Solidarität und Humor überstehen.

Dr. Jens Förster ist als Sozialpsychologe tätig Für Sozialpsychologe Dr. Jens Förster ist es nachvollziehbar, dass eine neue und scheinbar unbeherrschbare Gefahr in der Bevölkerung Ängste erzeugt: „In solch einer Krise fokussieren sich viele erst mal nur auf das Problem. In so einer Situation ist es relativ typisch, dass wir erst mal egoistisch handeln.“ Er sieht allerdings den momentanen Ausnahmezustand auch als Chance für die Gesellschaft. Denn im besten Fall führt dies zu solidarischem Miteinander und neuen gemeinsamen Ideen, wie man die Zukunft gestalten kann.

Paula Isbrecht hat die „Nachbarschaftshilfe Stuttgart“ ins Leben gerufen ‚Solidarität statt Egoismus‘ ist das Motto der Stunde von Paula Isbrecht. Die 23-Jährige zeigt, wie wichtig es ist, dass Jung und Alt in dieser Ausnahmesituation zusammenstehen. Um Senioren und Kranken in dieser schwierigen Situation zu helfen, versucht die Mediengestalterin anderen Menschen in der Krise eine Stütze zu sein. Deshalb hat sie die „Nachbarschaftshilfe Stuttgart“ ins Leben gerufen: „Die Resonanz ist groß und so positiv. Mittlerweile haben wir um die 300 Menschen, die helfen. Es werden täglich mehr.“

Rainer Fuchs kann als Diakon keine Gottesdienste mehr abhalten Auch das Leben von Rainer Fuchs als Diakon hat sich von heute auf morgen gravierend verändert. Derzeit kann er weder Gottesdienste noch Trauungen in seiner bayerischen Gemeinde abhalten. Das Einzige, das noch stattfindet, sind Beerdigungen. Insbesondere für alte und kranke Menschen und diejenigen, die allein leben, ist der zwischenmenschliche Kontakt auf ein Minimum geschrumpft. Trotzdem versucht er, seine Gemeindemitglieder zu erreichen und ihnen Hoffnung in dieser unsicheren Zeit zu geben: „Jetzt zählt der Gedanke der Nächstenliebe. Wir tun alles, was möglich ist, um mit den einsamen und älteren Menschen in Kontakt zu bleiben.“

Dr. Werner Bartens schätzt die Lage als Mediziner ernst ein, warnt jedoch vor Panik Der Mediziner und Publizist Dr. Werner Bartens schätzt die Lage ernst ein, geht das Thema aber gleichzeitig pragmatisch ein. Zwar steht unser Gesundheitssystem vor einer gewaltigen Belastungsprobe und möglicherweise wird es Monate dauern, bis sich unser Alltag normalisiert – Panik ist aus seiner Sicht trotzdem nicht angebracht: „Mit der Globalisierung steigt das Risiko für Seuchen, doch damit müssen wir lernen zu leben.“

„NACHTCAFÉ“ – anspruchsvoller Talk auf Augenhöhe Das „NACHTCAFÉ“ ist seit Jahrzehnten eine der erfolgreichsten Talkshows im deutschen Fernsehen. Jeden Freitagabend begrüßt Moderator Michael Steinbrecher Menschen mit besonderen Lebensgeschichten, darunter auch Prominente und Experten, um sich gemeinsam mit ihnen mit einem Thema auseinanderzusetzen.

„NACHTCAFÉ: Ausnahmezustand – wie Corona unser Leben verändert“ am Freitag, 20. März 2020, 22 Uhr im SWR Fernsehen

Weitere Informationen unter: http://swr.li/nachtcafe-corona.

Fotos über www.ARD-Foto.de

Pressekontakt: Grit Krüger, Tel. 07221 929 22285, grit.krueger@SWR.de

Weiteres Material: https://www.presseportal.de/pm/7169/4551445 OTS: SWR – Südwestrundfunk

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