15 Jahre nach dem Ehrenmord an Aynur Hatun Sürücü: „Nur eine Frau“ am 29.01.2020, 20.15 Uhr, FilmMittwoch im Ersten

Berlin (ots) – Aynur (Almila Bagriacik), eine junge deutsche Frau mit
türkisch-kurdischen Wurzeln, liebt das Leben und weiß genau, wie sie es leben
möchte. Sie entflieht der Gewalt in ihrer Ehe und lässt sich auch von ihren
Brüdern und Eltern nicht vorschreiben, was sie zu tun hat. Sie sucht sich und
ihrem kleinen Sohn Can eine eigene Wohnung, macht eine Lehre, geht aus und lernt
neue Freundinnen und Freunde kennen. Sie weiß, dass sie sich damit gegen die
Traditionen ihrer Familie stellt und sich selbst in Gefahr bringt, doch ihr
Drang nach Freiheit ist groß. Bis die Beleidigungen und Drohungen ihrer Brüder
immer ernster werden. Und es irgendwann zur Katastrophe kommt: Mitten in Berlin
wird Aynur von ihrem Bruder Nuri (Rauand Taleb) auf offener Straße erschossen,
als sie ihn arglos zur Bushaltestelle begleitet und Can nur wenige hundert Meter
entfernt in der Wohnung schläft. Wie ist es zu dieser Tat gekommen?

„Nur eine Frau“ ist die Geschichte von Aynur Hatun Sürücü, deren Ermordung vor
15 Jahren, am 7. Februar 2005, für einen Aufschrei sorgte. Regisseurin Sherry
Hormann („Wüstenblume“) lässt Aynur in ihrem Film selbst zu Wort kommen und die
Geschichte ihres eigenen Lebens erzählen. Der dokumentarische Spielfilm basiert
auf Recherchen in ihrem persönlichen Umfeld, Gerichtsakten, bislang
unveröffentlichten Gesprächen mit der Familie, den Tätern, Freundinnen und
Freunden Aynurs und der bis heute im Zeugenschutzprogramm befindlichen
Kronzeugin. So entwirft „Nur eine Frau“ das authentische Bild einer
lebenshungrigen, freiheitsliebenden und mutigen jungen Frau, die darum kämpft,
selbstbestimmt leben zu können. Doch als Deutsche mit türkisch-kurdischen
Wurzeln befindet sie sich im ständigen Konflikt zwischen den Werten ihrer
Familie und ihrer eigenen Lebenseinstellung.

In der Rolle der Aynur beeindruckt „Tatort“-Schauspielerin Almila Bagriacik, an
ihrer Seite spielen als ihre Brüder Rauand Taleb („4 Blocks“), Aram Arami („Fack
Ju Göhte“), Armin Wahedi und Mehmet Atesci sowie Meral Perin als ihre Mutter,
Mürtüz Yolcu als ihr Vater, Merve Aksoy als ihre Schwester und Lara Aylin
Winkler als deren Freundin. In weiteren Rollen sind u. a. Jacob Matschenz, Idil
Üner und Lina Wendel zu sehen. Für die Bildgestaltung verantwortlich ist Judith
Kaufmann, für die Montage Bettina Böhler. Die Musik zum Film steuern u. a.
Fabian Römer und Jasmin Shakeri bei. Das Drehbuch schrieb Florian Oeller. Es
basiert u. a. auf den Recherchen der Autoren und rbb-Journalisten Matthias Deiß
und Jo Goll. Produziert wurde der Film von Sandra Maischberger.

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